Willkommen bei den IIIF Sammlungen der Bayerischen Staatsbibliothek



Die Bayerische Staatsbibliothek ist stolz einen wachsenden Teil ihrer digitalen Sammlungen in einer modernen Oberfläche anzubieten, die komplett auf dem IIIF-Standard basiert. Bei IIIF handelt es sich um eine Reihe von Schnittstellen, die von der weltweiten GLAM-Community (GLAM="Galleries, Libraries, Archives, Museums") gemeinsam in einem offenen Prozess erarbeitet werden und dazu dienen, den möglichst reibungslosen freien Austausch von Kulturerbe zwischen verschiedenen Institutionen zu gewährleisten. Für Nutzer bedeutet dies zum Beispiel, dass es möglich ist, mehrere Versionen einer Handschrift, die von unterschiedlichen Institutionen digital bereitgestellt werden, in einer Arbeitsoberfläche anzuzeigen.

In dem vorliegenden Angebot können die per IIIF bereitgestellten Digitalisate mit dem Mirador-Viewer betrachtet werden. Wenn Sie Digitalisate in einem anderen Viewer betrachten wollen (etwa dem Universal-Viewer), so können Sie entweder den "IIIF Manifest"-Link aus Mirador oder den IIIF-Link aus der Suchoberfläche per Drag&Drop in das Fenster mit dem anderen Viewer kopieren. Selbiges gilt umgekehrt für IIIF-Angebote von anderen Institutionen: Suchen Sie einfach nach dem IIIF-Logo bei einem Objekt und ziehen Sie es in den Viewer. Eine genaue Anleitung finden sie weiter unten auf dieser Seite.

Wenn Sie sich näher für die technischen Details von IIIF interessieren und/oder die verfügbaren APIs in Ihren eigenen Anwendungen verwenden wollen, konsultieren Sie bitte den letzten Abschnitt.

Im Folgenden möchten wir eine kurze Einführung in die Bedienung des Mirador-Viewers geben, der den Großteil der angebotenen Funktionalitäten abdeckt.

Allgemeines zu IIIF

? - Was bringt das?

Am liebsten möchte ich als Nutzer
  • tief und stufenlos in Bilder hineinzoomen,
  • sie direkt manipulieren: z.B. Helligkeit, Kontrast, Sättigung anpassen oder die Farbe umkehren,
  • mehrerer Objekte nebeneinander in einer Bedienoberfläche vergleichen, am liebsten mit Objekten verschiedener Einrichtungen (!),
  • Bilder oder Bildausschnitte ohne Aufwand in Webseiten und Blogs einfügen, nur mittels einer URL.

Wunschdenken? – Keineswegs, IIIF ermöglicht all das!

Und wie funktioniert es?

Mit Hilfe einer sogenannten Manifest-Datei (meist mit dem IIIF-Logo gekennzeichnet) kann ein digitales Objekt in einen IIIF-fähigen Bildbetrachter (z.B. unseren Mirador) gezogen und somit dort angezeigt werden. Nach Belieben können weitere Objekte auf die gleiche Art hinzugefügt und so miteinander verglichen werden (s. hier).

Bedienung des Mirador-Viewers

Grundlegendes

In seiner Grundfunktion können Sie Mirador einfach zum Betrachten einzelner Digitalisate verwenden. Wie im obigen Video demonstriert, ist es dabei möglich mit dem Mausrad in das Bild zu zoomen oder mit gedrückter linker Maustaste das Bild im Viewer zu verschieben. Auf mobilen Geräten mit Touchscreen funktioniert dies mit den intuitiven Verschiebe- und Zoom-Interaktionen.

Weiterhin können Sie bei mehrseitigen Objekten zwischen den verschiedenen Seiten hin- und herwechseln (oder auch mehrere Seiten gleichzeitig anzeigen, wie im nächsten Abschnitt beschrieben).

Mirador bietet verschiedene Perspektiven für die Ansicht an: Standardmäßig wird lediglich die momentan aktive Seite (Einzelbild) angezeigt. Es ist aber auch möglich zwei Seiten auf einmal (Doppelseite), alle Seiten nebeneinander (Horizontales Scrollen) oder eine Galerie aller Seiten anzeigen zu lassen.

Sollten Sie mehr Informationen über das Objekt wünschen, betätigen Sie den i-Knopf für die Metadaten-Anzeige. Bei vielen Objekten ist auch in einer Seitenleiste das Inhaltsverzeichnis verfügbar, das eine komfortable Navigation zu verschiedenen Abschnitten des Objekts erlaubt.

Vergleich mehrerer Digitalisate

Wie oben näher beschrieben ist es möglich im Mirador-Viewer verschiedene Objekte nebeneinander anzuzeigen. Die Objekte müssen dabei nicht aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek kommen, sondern können auch von anderen Institutionen geladen werden.

Annotationen

Sie können im Mirador-Viewer auch Annotationen erstellen und lokal im Browser abspeichern (das Abspeichern funktioniert im Internet Explorer leider nicht). Sie erreichen dieses Feature über den Annotationen-Knopf am linken oberen Bildschirmrand.

Wählen Sie die gewünschte Form für das Annotationenfeld aus oder zeichnen Sie dieses freihändig. Nach Fertigstellung der Form öffnet sich ein Fenster, in das Sie ihre Annotationen einfügen können.

Bildbearbeitung

Ein weiteres Feature, das Mirador anbietet, ist die temporäre Bildbearbeitung, etwa um standardmäßig schlecht sichtbare Bildelemente hervorzuheben. Diese ist über die Bildmanipuationsleiste am linken oberen Bildschirmrand zugänglich. Mögliche Operationen sind eine Rotierung des Bildes in 90-Grad-Schritten, die Veränderung von Helligkeit, Kontrast und Sättigung, sowie eine Umkehrung der Farben ("Negativansicht") und die Darstellung in Graustufen.

Link zu einem Bildausschnitt

Falls Sie eine URL, die zu einem bestimmten Ausschnitt des angezeigten Bildes führt, ermitteln wollen, lässt sich dies mit dem Ausschnitttool erreichen. Zum Aktivieren der Funktionalität klicken Sie auf den zugehörigen Knopf am linken Bildschirmrand.

Zur Auswahl des Bildausschnitts lässt sich das gestrichelte Rechteck, das nach dem Aktivieren auf dem Bild angezeigt wird, verschieben und in den Dimensionen verändern.

Sobald Sie mit dem Ausschnitt zufrieden sind, gelangen Sie über einen Klick auf das kleine Icon oberhalb des Rechtecks in ein Dialogfenster, in dem der Link angezeigt wird und in die Zwischenablage kopiert werden kann. Zusätzlich lassen sich weitere Optionen, wie Größe, Rotation und Qualität definieren - das Endergebnis mit den gewählten Einstellungen wird dynamisch im Vorschaubereich aktualisiert.

Die so erzeugte URL können Sie beispielsweise in einem CMS oder zum Download des Ausschnitts verwenden.

Für Entwickler

Für interessierte Entwickler bietet IIIF eine Vielzahl an Möglichkeiten. So liefern alle im Folgenden beschriebenen Schnittstellen ihre Antworten mit dem Access-Control-Allow-Origin: * Header aus, der es erlaubt die Daten direkt in client-seitigen JavaScript-Anwendungen zu verwenden.

Momentan werden von der Bayerischen Staatsbibliothek die IIIF Presentation API und die IIIF Image API angeboten. Erstere erlaubt es auf sogenannte Manifeste im JSON-LD Format für die digitalisierten Objekte zuzugreifen (etwa https://api.digitale-sammlungen.de/iiif/presentation/v2/bsb00103155/manifest). Aus diesen heraus werden die Image API Endpunkte für die verschiedenen Faksimile-Bilder referenziert. An jedem dieser Endpunkte ist eine info.json Datei vorhanden (etwa https://api.digitale-sammlungen.de/iiif/image/v2/bsb00103155_00013/info.json), die es erlaubt, schnell Informationen über das Bild abzurufen, etwa die maximal verfügbare Auflösung. Weiterhin sind über diese Endpunkte eine Reihe von Bildmanipulationsschritten ansprechbar, die auf unseren Servern ausgeführt werden und deren Resultat dann an Sie ausgeliefert wird.

Sie können die Endpunkte der Bayerischen Staatsbibliothek unter folgenden Adressen vorfinden:

Für nähere Informationen über das Format des Manifests konsultieren Sie bitte die offizielle IIIF Presentation API Spezifikation. Eine nähere Beschreibung der verfügbaren Bildmanipulations-Möglichkeiten über die Image API finden sie ebenfalls in der entsprechenden offiziellen Spezifikation.

Besuchen Sie uns auf Github. Dort finden Sie vom MDZ entwickelte IIIF-OpenSource-Software.